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8 Unter den in Prag wirkenden Schriftstellern sind neben Kafkas Freund und Nachlaßretter Max Brod (18841968), der u.a. den Roman Tycho Brahes Weg zu Gott (1916) verfaßte, die heute weniger bekannten Willy Haas (18911973) und Johannes Urzidil (18961970) zu nennen; größere Bedeutung hatte Ernst Weiß (18841940), ebenfalls mit Kafka befreundet, dessen expressionistisch gefärbten Romane und Erzählungen (u.a. Die Galeere, 1913; Georg Letham, Arzt und Mörder, 1921) sich mit den Schattenseiten menschlicher Triebhaftigkeit auseinandersetzten. In der Reihe der großen Prager Schriftsteller darf Franz Werfel (18901945) nicht fehlen, der ein formal und inhaltlich äußerst breitgefächertes uvre schuf. Er hatte mit Lyrik ganz unter dem Zeichen des Expressionismus begonnen, schrieb eine Reihe von Dramen (u.a. Spiegelmensch, 1920; Paulus unter den Juden, 1926), um sich schließlich dem Roman zuzuwenden, nachdem bereits 1920 seine berühmte Erzählung Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig erschienen war. Es folgten neben anderen Verdi. Roman der Oper (1924), Der Tod des Kleinbürgers (1927), Der Abituriententag (1928) und Die vierzig Tage des Musa Dagh (1933), sein wichtigstes Werk. Auch Stefan Zweig (18811942) läßt sich keiner literarischen Strömung zuordnen. Der Schwerpunkt seines Werkes lag im nicht-fiktionalen Bereich: seine biographisch-essayistischen Bilder großer Literaten, seine Biographie Marie Antoinette (1932) und seine Sternstunden der Menschheit. Historische Miniaturen (zuerst 1927, später mehrmals erweitert) begründeten seine Popularität mehr als seine Novellen mit Ausnahme der späten Schachnovelle (1941), die als Meisterwerk ihrer Gattung gelten kann. Die große, schier unübersichtliche und oft gegensätzliche Vielfalt der literarischen Produktion der Epoche, in der Franz Kafkas Werke entstanden, wäre unzureichend dargestellt, wenn der Hinweis auf eine Reihe von Autoren fehlte, deren Werk durch eine gewisse 'Rückgewandtheit' gekennzeichnet ist. Einerseits schufen große Persönlichkeiten der 'vor-expressionistischen' Zeit noch wichtige Werke bis weit hinein ins 20. Jahrhundert: So erschien 1932 Gerhart Hauptmanns Drama Vor Sonnenuntergang, seine Atriden-Tetralogie sogar erst in den 40er Jahren. Stefan Georges letzter Gedichtband Das Neue Reich wurde 1928 veröffentlicht, und Rainer Maria Rilkes Duineser Elegien und Sonette an Orpheus, zwei Meilensteine der deutschsprachigen Lyrik, stammen aus dem Jahr 1923. auseinandersetzten.
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