|
|
|||||||||
Hyperion In Briefen an seinen Freund Bellarmin schildert Hyperion sein auf den ersten Blick gescheitertes Leben. Im Mittelpunkt dabei stehen zwei Themen: die auf die Französische Revolution und den Freiheitskampf der Griechen zurückgehende Utopie einer neuen Gesellschaft und seine Liebe zur »schönen Seele«, Diotima. Nachdem der weise Adamas ihm die Liebe zur großen Geschichte seines Vaterlandes nahegebracht hat, begegnet Hyperion in Smyrna dem wesens- und geistesverwandten Alabanda, der von einer besseren, zukünftigen Welt träumt, da ihm die Gegenwart schal und verkommen erscheint. Anders als Hyperion, der das Ziel der neuen Gesellschaft evolutionär erreichen möchte, ist Alabanda allerdings davon überzeugt, daß dies nur mit Gewalt zu verwirklichen ist. Als er Hyperion in den revolutionären »Bund der Nemesis« einweiht, kommt es zwischen ihnen zum Streit, der zur Trennung führt. Hyperion kehrt auf seine Heimatinsel zurück, wo er Diotima kennenlernt, die in ursprünglicher Einheit mit der Welt lebt. Durch Diotima und das Erlebnis ihrer Liebe erfährt er den nicht auflösbaren Zusammenhang alles Seienden; das Bewußtsein der göttlichen Natur bildet für ihn die Grundlage des »neuen« Menschen in einer neuen Gesellschaft. Hyperion möchte Erzieher werden. Überraschend aber folgt er im zweiten Band dem Aufruf Alabandas, sich am Freiheitskampf der Griechen zu beteiligen. Als er sieht, daß seine Truppen ganz im Gegensatz zu seinen Idealen plündern, zieht er sich zurück. Der Tod Alabandas und Diotimas besiegelt sein Scheitern auf der politischen und privaten Ebene. Hyperion verläßt sein Heimatland und begibt sich auf eine Reise, an deren Ende die Scheltrede auf Deutschland steht. Schließlich läßt er sich auf der Insel Salamis nieder, wo er keineswegs resigniert, dem Zuspruch des Göttlichen folgend das Leben eines zurückgezogenen Einsiedlers führt. »Die Deutschen Klassiker«, CD-ROM. X·Libris, München 1995. Friedrich Hölderlin, Hyperion. Kurz-Inhalt |
||||||||||