Default
Google



Zum Werk
 
Der hessische
Landbote
Dantons Tod
Lenz
Leonce und
Lena
Woyzeck


2

Da sich keines der Manuskripte erhalten hat, lassen sich der jeweilige Anteil Büchners und Weidigs am Text nicht mit endgültiger Sicherheit bestimmen. Dem aktuellen Forschungsstand nach ist wohl die erste Hälfte als von Büchner stammend anzusehen, während der Rest ab der Stelle »Das alles duldet ihr, weil euch Schurken sagen: 'diese Regierung sei von Gott'« Weidig (der möglicherweise Ideen aus Büchners Manuskript verarbeitete) zuzuschreiben ist (s. Thomas Michael Mayer: «Büchner und Weidig»).

Wie auch aus der Einschätzung in späteren Prozeßakten hervorgeht, nimmt Der hessische Landbote eine Ausnahmestellung unter den politischen Flugschriften seiner Zeit ein. Das ist eindeutig Büchners Verdienst: Als einer der ersten löste er sich von bürgerlich-liberalen Positionen und stellte die ökonomischen Verhältnisse als die fundamentale Ursache der politischen Unfreiheit dar. Trotz der Abschwächungen durch Weidig und Eichelberg wird im Hessischen Landboten sein aus der Auseinandersetzung mit den französischen utopischen Sozialisten (Saint-Simon, Fourier, Babeuf) gewonnener frühkommunistischer Ansatz deutlich erkennbar. Mit derartiger Radikalität hat vor dem Kommunistischen Manifest keine Agitationsschrift die sozialen und politischen Mißstände in Deutschland angegriffen.

Georg Büchner, Der Hessische Landbote: Zum Werk. In: Bibliothek X·libris: Georg Büchner, CD-ROM. München 1996. Seite 1 - 4

Zu Seite: 1 Zur CD-ROM HOME




Acquiring image from ProHosting Banner Exchange